Pädagogische Stiftung Cassianeum

PROGRAMM

 Das Thema des 13. Arbeitsforums für Religionspädagogik heißt:


 Anknüpfungspunkte?! 
Schülerreligiositäten als Potenzial religiöser Bildung

Mittwoch, 21. März 2018

Ab 14 Uhr

Ankommen im Blumenhotel
Rain am Lech, Bahnhofstraße 19

Stehkaffee

15.00 Uhr

Wortgottesdienst
in der Stadtpfarrkirche in Rain am Lech

16.00 Uhr

Begrüßung
Hubert Lepperdinger
Stiftungsratsvorsitzender der Pädagogischen Stiftung Cassianeum

Religiöse Bildung im Horizont heutiger Schülerinnen und Schüler
PD Dr. Jörg-Dieter Wächter
Vorsitzender der Konferenz der Leiterinnen der Schulabteilungen der deutschen Diözesen (KoLeiScha)

16.20 Uhr

Vortrag
Religiosität(en) Heranwachsender.
Wo und wie Kinder und Jugendliche in Deutschland heute Erfahrungen mit Religion und Spiritualität machen.
Prof. Dr. Gert Pickel, Leipzig

Schlägt man heute Zeitungen auf,dann begegnen einem widersprüchliche Meldungen: auf der einen Seite wird eine Wiederkehr des Religiösen beschworen, auf der anderen Seite von einem Abbruch christlicher Religiosität gesprochen. Im letzten Fall wird speziell auf den Traditionsabbruch von Religiosität angespielt, der sich vor allem in den jüngeren Generationen auffinden lässt. Was sind die Gründe für diese Bestandsaufnahme? Einer könnte sicher sein, dass Jugendliche und junge Erwachsene in immer mehr als säkular verstandenen Gesellschaft kaum mehr Erfahrungen mit Religion machen. Der Vortrag setzt sich unter Verwendung von Umfrageergebnissen mit diesen Fragen auseinander und versucht Antworten aber auch Anregungen hinsichtlich eines Umgangs mit dieser Situation zu geben. 


Response

Diskussion

19.00 Uhr

Abendessen und geselliges Beisammensein






Donnerstag, 22. März 2018

  8.45 Uhr

Morgenlob

  9.00 Uhr

Gesprächsgruppen

10.00 Uhr




























Vortrag
Religionsunterricht zur Unzeit?
Fundamentaltheologische Gedanken zur Unselbstverständlichkeit Gottes

Prof. Dr. Gregor Maria Hoff, Salzburg

In den gesellschaftlichen Gegenwarten des 21. Jh. trifft der katholische RU auf eine Generation von Schülerinnen und Schülern, die Glauben mehrheitlich eher aus medialer Distanz wahrnimmt als in biographischer Reichweite erlebt. In den globalen Nachrichten begegnet religiöser Glaube zwar ständig, vornehmlich aber irritierend und bedrohlich. Seine Anschlussfähigkeit steht damit religionspädagogisch grundsätzlich in Frage.
Während religiös Identitäre in ihrem Glauben nach inneren Sicherheiten suchen, wirken sie nach außen esoterisch entkoppelt. Gerade mit religiös Entschlossenen wird den Jugendlichen Kernkatholiken al Night Fever oder Loretto erscheint das Christentum als lebensweltlich entfernte Kultur, deren Sinnesressourcen sich nur noch Eingeweihten erschließen.
Der unselbstverständlich gewordene Gott setzt indes spezifische Deutungskapazitäten  frei. Seine Transzendenzvermerke codieren Unverfügbares in der ökonomisch und digital verfügbaren Welt. Er macht nichts einfacher, sondern anspruchvoller, in dem er Kompetenzen für den Umgang mit komplex-widerständigen Wirklichkeiten abverlangt.
Was das für die theologische Verortung des RU heute bedeutet, steht unter dem Vorzeichen der Unselbstverständlichkeit Gottes zur Diskussion.

11.15 Uhr

world-cafe

12.00 Uhr

Mittagessen

14.00 Uhr

Kaffee

14.30 bis
16.00 Uhr 

Arbeitskreise, erster Durchgang

16.00 bis
16.30 Uhr

Pause

16.30 bis
18.00 Uhr

Arbeitskreise, zweiter Durchgang

1. Die gelbe Religion und die Religiosität der Schülerinnen und Schüler - zu Chancen und Grenzen einer medienorientierten Religionsdidaktik am Beispiel der Simpsons
Dr. Johannes Heger, Freiburg

Gelb, schrill, frech chaotisch und manchmal sogar blasphemisch - so wirkt die Zeichentrickserie Die Simpsons zumindest auf den ersten Blick auf viele, werden Religion(en), Repräsentant/-innen von Religion(en) sowie teils auch Religiosität doch mehrfach zum Anlass satirischer Bearbeitung. Erst auf den zweiten Blick zeigt sich, dass die gelbe Präsentation von Religion(en) nicht darauf angelegt ist, billige Gags auf deren Kosten zu reißen. Vielmehr erweisen sich Die Simpsons unter der analytisch-theologischen Lupe als gelber Spiegel der Realität - auch in Sachen Religion. Von diesen Spiegelungen her können religiöse Lern- und Bildungsprozesse in mehrfacher Weise inspiriert werden. Der Workshop bietet am Beispiel der Simpsons Anregungen für ein medienweltorientiertes religionspädagogisches Arbeiten, wobei v. a. "gelbe Transformationen" biblischer Erzählungen im Mittelpunkt stehen.

2. Religionsunterricht mit fernstehenden Schülerinnen und Schülern - Praxiserfahrungen aus dem RU für alle in Hamburg.
Anne Holterhues, Hamburg

Der dialogische Religionsunterricht in Hamburg blickt mittlerweile auf eine lange Tradition zurück und wird stellenweise als zukunftsweisendes Modell von Religionsunterricht propagiert. Doch inwiefern gelingt es in einem solchen Format, der eigenen religiösen Identität Rechnung zu tragen - und zu einer echten Auseinandersetzung anzuregen? Inwiefern kann das Hamburger Modell dem konfessionellen Unterricht Impulse geben, die für eine Weiterentwicklung ertragreich sind? 
Solche und ähnliche Fragen sollen diskutiert werden. Dabei greift die Leiterin dieses Workshops sowohl auf Unterrichtserfahrung in Hamburg als auch auf Ausbildungs- und Praxiserfahrung im katholischen Religionsunterricht in Baden-Württemberg und Niedersachsen zurück.

3. Ist Reden wirklich nur Silber? Einblicke in videographierte Gespräche im Religionsunterricht
Prof. Dr. Annegret Reese-Schnitker, Kassel
Dominic Fröhle

Der Religionsunterricht ist eines der gesprächsintensivsten schulischen Fächer. Das Unterrichtsgespräch ist mir Abstand die meistgenutzte Methode mit großer Beliebtheit bei Lehrer/innen und Schüler/innen. Und auch in der religionspädagogischen Diskussion wird dem Gespräch hinsichtlich der im Religionsunterricht angestrebten Lernziele viel zugetraut: Denkprozesse ein Stück weit sichtbar zu machen und so Möglichkeiten der Einflussnahme zu gewinnen, soziales Lernen zu fördern und vielfältige Blickwinkel zu einem Thema einzubinden. Ist das Zutrauen in diese zugleich höchst anspruchsvolle Methode berechtigt? Anlhand von videographierten Unterrichtsgesprächen, die wir im Rahmen der Kasseler Unterrichtsforschungsstudie aufgezeichnet haben, wollen wir einen Blick in die Unterrichtspraxis werfen und das jeweilige religiöse Lernpotential von Gesprächen analysieren und diskutieren

4. Gottesverständnis und Gottesbeziehung von Kindern in (zunehmend) konfessionslosen Kontexten
Prof. em. Dr. Katharina Szagun, Rostock

Religiöses Lernen geschieht zwar in jedem Alter, die Grundprägung jedoch erfolgt als Kind. Was Kindern mitgegeben wird, kann zur Barriere bzw. Sackgasse ihres Glaubensweges werden oder aber Horizonte eröffnen. Grundeinsichten (Langzeitstudie) zur Vielfalt der Einflussfaktoren bei der Entfaltung des religiösen Denkens und Empfindens von Heranwachsenden (3-19 J. alt) in Ost und West werden im Workshop vermittelt. Dabei wechseln Referatsteile mit Aktionsphasen ab, z. B. zur Erprobung von biographiebezogenen Forschungsmethoden. Anhand der "Stolpersteine", welche die Teilnehmenden bezüglich religiöser Aneignungs- und Vermittlungssituationen benennen, wird kommuniziert, welche Chancen didaktische (und liturgische) Umsetzungen der neuen Einsichten bieten könnten für "mitwachsende" Konzepte.
Auf Wunsch werden erprobte Praxisimpulse vorgestellt.

5. "Begegnung mit dem Christentum" als Lernbereich für konfessionslose Schüler/innen an den Gymnasien der Edith-Stein-Schulstiftung im Bistum Magdeburg - ein Praxisbericht
Peter Brause, Magdeburg, und Ines Zierz, Halle/Saale

"Begegnung mit dem Christentum" ist Bestandteil im Wahlpflichtbereich Ethikunterricht, Evangelischer und Katholischer Religionsunterricht der Jahrgangsstufen 5 und 6 an den Gymnasien der Edith-Stein-Schulstiftung des Bistums Magdeburg. Er leistet auf der Basis des christlichen Menschenbildes einen grundlegenden Beitrag zur weltanschaulichen Standortbestimmung konfessionsloser Schülerinnen und Schüler sowie zur religiösen Dialogfähigkeit. Je nach Schulstandort bildet die Gruppe der Konfessionslosen zwischen einem Drittel und der Hälfte der Schüler/innen. Aufgabe des Lernbereichs ist es, dieser Gruppe Basiswissen über die christliche Religion zu vermitteln und Zugänge zu der von der Schulgemeinschaft gelebten Schulkultur und- spiritualität zu eröffnen.

6. Diffuse Schülerreligiositäten als Herausforderung für den Religionsunterricht
Akad. Dir. Klaus König, Eichstätt-Ingolstadt

Die Sicht auf die Welt wird bei Schülerinnen und Schülern deutlich von popkulturellem Material beeinflusst. Im Workshop hören und analysieren  wir einige Titel aus der gegenwärtigen Musikszene unter der Frage, wie sich dort Bilder von Mensch und Welt in religiös relevanter Weise präsentieren. In einem zweiten Schritt werden mögliche Folgen aus dem erhobenen Befund für religiöse Lernprozesse in der Schule vorgeschlagen und diskutiert.

7. Wer ist der Mann am Kreuz? - Veränderte religiöse Sozialisation als Herausforderung für den katholischen Religionsunterricht der Grundschule
Nora Werner, Köln

Wie können in einer säkularisierten Gesellschaft theologische Gespräche mit Kindern im Religionsunterricht der Grundschule gestaltet werden? Ausgehend von didaktischen Theorien werden wir uns mit Möglichkeiten und Schwierigkeiten theologischer Gespräche mit Kindern befassen und einen Beitrag zu unterrichtspraktischen Ideen und Methoden herstellen.

8. Religiös sprechen im säkularen Umfeld - Erfahrungen aus der Rundfunkarbeit
Klaus Depta, Fulda

Der Workshop zeigt beispielhaft am Hörfunk auf, inwieweit ein Perspektivenwechsel notwendig ist und gelingen kann, um Menschen anderer Lebenswelten / Milieus (wie z.B. auch i. d. R. Schülerinnen und Schüler) zu erreichen. Im Mittelpunkt des Workshops stehen einige wenige Spots aus der "Werbung für Hörfunkwerbung", grundsätzliche Überlegungen zum Verfassen von zielgruppenorientierten Texten sowie eine Übung der Teilnehmer. Der Transfer zum Schulalltag ist absichtlich kein Bestandteil des Workshops.

9. Korrelationsdidaktik kontrastierender Grunderfahrungen im Kontext dialogorientierten Religionsunterrichts
Dr. Christine Lehmann und Martin Schmidt-Kortenbusch, Braunschweig

Lehrkräfte haben es im Religionsunterricht zunehmend mit religiös und weltanschaulich heterogenen Lerngruppen zu tun und stehen vor der Frage, wie der Unterricht ihnen gerecht werden und religiöse Orientierung bieten kann. In diesem Workshop wird der Vorrang einer theologischen Systematik der Themen des Religionsunterrichts kritisch hinterfragt. Ein neuer didaktischer Ansatz, der kontrastierende Grunderfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit biblischen Grundmotiven in einen Dialog bringen will, wird vorgestellt, kritisch reflektiert und unterrichtspraktisch ausgelotet. 

Dr. Christine Lehmann, Landesfachmoderatorin für Evangelische Religion an niedersächsischen Gesamtschulen

Martin Schmidt-Kortenbusch, Landesfachmoderator für Katholische Religion an niedersächsischen Gesamtschulen

18.00 Uhr

Abendessen

19.30 Uhr

Eucharistiefeier in der Stadtpfarrkirchge Rain am Lech
mit Hwst. H. Weihbischof Florian Wörner, Leiter der Hauptabteilung Schule, Augsburg

Freitag, 23. März 2018

  8.45 Uhr

Morgenlob

  9.00 Uhr

Placemat zu den Arbeitskreisen

10.00 Uhr






Vortrag

Religiöse Bildung im Horizont heutiger Schülerinnen und Schüler

Prof. Dr. Judith Könemann, Münster

Spätestens mit der hermeneutischen Wende in der Religionspädagogik ist der Schüler, die Schülerin mit seiner/ihrer Lebenswelt und Religiosität endgültig neben dem zu vermittelnden Inhalt in den Mittelpunkt didaktischer Überlegungen gerückt. Das gilt für unterrichtliche genauso wie für außerunterrichtliche sowie außerschulische Bildungsprozesse. Dabei ist das, was die Schülerinnenperspektive genau ist, kontextuell und zeitlich beeinflusst. Was die Lebenswelt und die Religiosität heutiger Schülerinnenund Schüler einer religiösen Bildung zu sagen hat, welche didaktische Bedeutung sich daraus entfaltet und welche Potentiale für religiöse Bildung darin liegen können soll Gegenstand der Überlegungen sein.

 

 

12.00 Uhr

Abschluss des Arbeitsforums

Mittagessen und Abreise